Der Mann hinter Michael Jacksons Comeback.

Von Rita Neubauer
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Im Juli soll der „King of Pop“ zurück auf die Bühne – ohne den Bauunternehmer Tom Barrack wäre dies wohl unmöglich.
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Tom Barracks Erfolgsrezept ist so simpel wie genial: da investieren, wo andere zurückschrecken, dann investieren, wenn andere zögern. Deals mit saudischen Prinzen oder Haitis Diktator „Baby Doc“ Duvalier haben seinen Reichtum ebenso gemehrt wie der Kauf und Verkauf des Plaza Hotels in New York. Nicht alltäglich ist auch seine jüngste Investition: Michael Jackson. Vor einem Jahr stellte Barrack einen Scheck für 16,4 Millionen Euro aus und rettete Jacksons Neverland Ranch in Kalifornien vor der Zwangsversteigerung.

Hochverschuldet ob seines extravaganten Lebensstils – Jackson soll mit bis zu 356 Millionen Euro in der Kreide stehen – war der „King of Pop“ 2005 gen Bahrain entschwunden. Den Unterhalt für die Ranch und die Bezahlung für die mehr als 100 Bediensteten stellte er ein. Die Tore wurden abmontiert, die Orang-Utans mussten in eine neue Bleibe . Die Ranch vergammelte.
Rückkehr zum alten Lebensstil
Bis der Selfmade-Milliardär kam. Nicht nur übernahm Barracks Finanzgesellschaft Colony Capital die Neverland Ranch. Der 61-Jährige überzeugte auch Freund Philip Anschutz, „Jacko“ als Konzertveranstalter unter die Fittiche zu nehmen. Kein leichtes Unterfangen. Dürfte doch der Geschäftsmann aus Denver, dem auch das Eishockey-Team der Berliner Eisbären gehört, kaum Toleranz für Jacksons Zuneigung zu kleinen Jungs haben. Zudem liegt die letzte Tournee des gefallenen Stars zwölf Jahre zurück. Und Jackson machte in jüngster Zeit nicht den Anschein eines nahen Comebacks. Nach seiner Rückkehr in die USA lebte er mit seinen drei Kindern zurückgezogen bei Las Vegas. Besucher empfing er angeblich im Rollstuhl.

Mithilfe seiner neuen Freunde fand er jedoch zu altem Lifestyle zurück. Er mietete in Bel Air bei Los Angeles eine Villa an, die 71000 Euro im Monat kostet. Hier bastelt er dank der Anschutz Entertainment Group (AEG) Live – wo schon Céline Dion, Prince und Britney Spears unter Vertrag waren – an seinem Comeback. Ab Mitte Juli ist er zu 50 ausverkauften Konzerten in London verpflichtet.
Pure Menschlichkeit ist die Hilfe natürlich nicht. „Der Mann könnte 500 Millionen Dollar (356 Millionen Euro) im Jahr verdienen, wenn er sich zusammenreißen würde“, sagte Barrack dem „Wall Street Journal“ über Jackson. Für ihn hat er eine Vision: eine Welttournee, ein neues Album, Filme, ein Museum a la Elvis Presleys Graceland, wenn nicht gar ein „Thriller“-Kasino. Dazu müsse er natürlich „seine Finanzen in Ordnung bringen, eine neue Plattform und einen neuen Motor“ für sein Showbusiness finden.
Warten auf‘ s finanzielle Glück
Jackson benötigt alle Hilfe, die er bekommen kann. Denn um seinen opulenten Lebensstil zu finanzieren, hat er seine Ranch, seinen Musikkatalog und den Musikkatalog der Beatles, den er zusammen mit Sony hält, bis zum Geht-nicht-mehr beliehen. Schon 2005 stand er mit 214 Millionen Euro in der Kreide. Auch Barrack sah im vergangen Jahr sein Vermögen schmelzen. War er Anfang 2008 noch 1,6 Milliarden Euro wert, so soll er nach der „Forbes“-Reichenliste heute nur noch 214 Millionen Euro besitzen.

Ein großes finanzielles Risiko wie Anschutz’ AEG, die für knapp 14,3 Millionen Euro die Jackson-Show in Londons O2-Arena produziert, ging er aber nicht ein. Mindestens 50 Millionen Euro erwartet er sich aus dem Verkauf von Neverland. Und Barrack denkt voraus: Sollte Jackson eines Tages wieder auf soliden finanziellen Beinen stehen, dann könnte sich der Sänger ja fragen: Wer hat was für mich riskiert? Wer war da für mich“, sagt der Unternehmer. „Das ist meine Hoffnung.“

aus: sz-online.de
~ von Bertel Weber-Knecht am Juni 16, 2009.
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Schlagworte: AEG Live, Michael Jackson, Neverland, O2 Arena London, philip Anschutz, Tom Barrack

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